Und rauf auf einen Strandhügel.

Die letzten Tage

26.07.2016 | 22:38

Ich sitze immer noch im Flieger gen Australien.
Die Lichter sind vor einer guten halben Stunde ausgegangen und obschon die Multimediaprogramme in den Kopfstützen der Vordermänner weiterhin laufen, haben sich doch die meisten Passagiere in die Wiege des Schlafes begeben.
Für mich ist das sehr nett.
Es ist ruhig und friedlich.
Auch Léas Augen haben sich dem Gewicht der Lider hingegeben.
Ich versuche nicht zu schlafen, denn der Plan ist, die Nacht auf dem Flughafen in Brisbane zu verbringen, wofür ich mit hoher Wahrscheinlichkeit hinreichend müde sein sollte.

Wir verließen also Bills Boot, fuhren ein wenig der Küste entlang und machten Halt an seinem alten Haus und später an einem wunderschönen Strand, an welchem wir einen ausgedehnten Spaziergang genossen.
Langsam und ohne Hektik fuhren wir weiter Richtung Auckland.
Wir füllten unsere Wasservorräte in der nächstgrößeren Stadt auf, hielten an allen stellen die nett aussahen und verbrachten die Nacht an einem entlegenen Ort, an dem wir schon auf dem Hinweg zu Bills Boot nächtigten.

Den Morgen darauf begannen wir, den Van Rouge zu sortieren, unsere Rucksäcke zu packen und uns mental zu organisieren.
Nachdem dies am Nachmittage größtenteils geschafft war, begann der spirituelle Teil des Tages.

Es wurde Zeit, mich in Vorbereitung auf das Bereisen eines neuen Landes, von meinem treuen Gefährten und Wegbegleiter Mister Basilo zu trennen.
Seitdem Ivo und ich, zwei naive Mittelalte im Oktober die Reise in Auckland mit der Eisernen Lady begannen, war Mister Basilo stets bei uns.
Nun hatte er verdient, sein weiteres Leben an einem schönen Ort fortzuführen.
Wir spazierten zu einem schönen Wasserfall, bepackt mit zwei Löffeln zum Ausheben der Basilika um einen schönen Platz für ihn zu finden.
Direkt dort wurden wir nicht fündig, doch flussabwärts entdeckten wir eine schöne friedliche Stelle, die Mr. Basilo sicher gefällt.
Wir pflanzten ihn, Misses Basila und Mister Peppermint ein, zündeten ein Rote Beate-typisches Räucherstäbchen an, damit sie sich nicht fremd fühlen mussten und gedachten gemeinsam der schönen Momente, die wir hatten.

Dann trennten sich unsere Wege.

Oh, der Landeanflug startet langsam.
30 Minuten trennen mich vom australischen Festland, ich bin gespannt.

Nach dem Abschied von Mister Basilo begaben wir uns weiter gen Auckland.
Wir versuchten einen netten Platz zum Schlafen zu finden, für den wir nichts bezahlen mussten.
Das war recht schwer und so irrten wir lange in der Gegend herum, bevor wir letzten Endes einen halbwegs sicheren Platz entdeckten, das Bett halbgar herrichteten und mehr schlecht als recht die Nacht verbrachten.

Heute Morgen klingelte 8 Uhr der Wecker, es gab viel zu tun.
Ich meine, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht die meisten organisatorischen Dinge auf den letzten Tag geschoben hätte.

So begaben wir uns erst in die Bibliothek um unsere Flugtickets zu drucken und den Weg zum Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu planen.

Verdammt, ich muss den Tisch nun umklappen, die nächsten Zeilen schreibe ich dann vom australischen Festland.

Ahoi!

29.07.2016 | 10:13

Ich sitze am Esstisch in der Wohnung unseres Couchsurfpapas in Brisbane.
Mir mangelt es an Zeit, zu schreiben, da wir bald aufbrechen wollen.
Jedoch habe ich bereits so viele neue Eindrücke gesammelt, dass ich jede Minute nutze, um die vergangenen Sachen „abzuarbeiten“. Und so setze ich nahtlos an meiner Geschichte an:

Nach der Bibliothek ging es dann zur Post, ein paar Sachen versenden, die ich für meinen nächsten Reiseabschnitt nicht gebrauchen konnte.
Dann fuhren wir weiter gen Auckland.
In Auckland ging es dann für mich zur Inland Revenue.
Dort füllt man ein paar Formulare aus und bekommt dann hoffentlich die Steuer des in Neuseeland verdienten Gehalts zurück.
Danach ging es weiter (Okay, ihr merkt schon, ich hetze ein wenig :-)) Rucksäcke fertig packen, ab zum Haus der Tochter von Bill, wo Léa ihren Van Rouge abgestellt hat und dann Richtung Flughafen.
Léa hatte ein Busverbindung zum Flughafen rausgesucht.
Unglücklicher Weise fanden wir aber nicht die richtige Haltestelle.
Unsere Telefone waren bereits unbrauchbar und die Menschen vor Ort konnten uns auch nicht weiterhelfen, wie es von dort zum Flughafen ging.
Also entschieden wir, in den nächstbesten Bus zu hüpfen und den Busfahrer zu fragen.
Wir standen bereits unter starkem Zeitdruck.
Ein Bus kam, wir fragten den Busfahrer.
Der war wenig interessiert an unserem Problem und hatte offensichtlich keine Ahnung.
Mit starken russischem Akzent antwortete er auf unsere Frage, wie man am besten zum Flughafen komme, mit: „Erstmal zum Zentrum. 9 Dollar“.
Ja danke, okay, 9 Dollar gezahlt, mit unseren fünftausend Gepäckstücken in den Bus gepresst und los gings.
Die Fahrt glänzte überwiegend durch Stillstand.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr wirklich unter ernstem Zeitdruck steht und dann steht der Bus ewig an jeder Ampel, an jeder verdammten Bushaltestelle und die Gespräche des Busfahrers mit den Gästen, die Fahrkarten kaufen fühlen sich an, wie eine Ewigkeit?
So ging es uns.
Ich unterbreitete Léa den Vorschlag, den Bus zu verlassen und ein Taxi zu rufen.
„Höhö, ohne Telefon?“ entgegnete sie.
Ich meinte, wir können jemand fragen und so war es beschlossene Sache.
Wir stiegen aus und ich ging in ein französisches Café was bereits geschlossen hatte, dessen Tür jedoch noch nicht verriegelt war.
Glückstreffer. Der Caféist rufte uns ein Taxi, und schenkte uns ein paar leckere Gebäckstücke, welche wir dankend annahmen.
Der Taxiinder kam 5 Minuten später und nachdem er uns sagte, dass wir nur ca. 25 Minuten zum Flughafen brauchen werden, fiel eine große Last von unseren Schultern.

Am Flughafen angekommen, war alles Standard.
Der Check In dauerte etwas, weil es Probleme mit meinem Reisepass gab.
Ich überlegte, welche Strafzettel, die meiner Meinung nach ungerechtfertigt und überteuert waren ich nicht bezahlt hatte.
Aber am Ende war es nur ein Zahlendreher mit meinem Reisepass.
Nach kurzer Diskussion konnte ich die nette Leute von China Airlines auch überzeugen, meine Gitarre ins Handgepäck zu bringen und das wars auch schon.
Kurz vor der Securitykontrolle haben wir überraschender Weise Peter, einen der netteren Mitbewohner aus Opotiki, wiedergetroffen, der seinen Weg gen Deutschland antrat.
Ein wenig gequasselt, dann startete auch schon das Boarding und wir machten und ab in den Flieger gen Australien.

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