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Auf der Tropeninsel

14.08.2016 | 10:09

Leute, was soll ich sagen, ich hänge in einer verdammten Hängematte auf ner tropischen Insel!

Es ist mein zweiter Tag hier und es ist großartig.
Wir kamen mit der Fähre zu der Insel und hatten, hier angekommen, keine Ahnung, was wir tun sollten.
Ich liebe unsere Art, einfach so überhaupt gar nichts vorauszuplanen.
Eine Karte am Hafen gab uns eine kleine Übersicht über die Inselgröße und wo es ein paar Orte gibt, die man ansteuern kann.
Letzten Endes fanden wir ein Hostel, welches auch eine Fläche zum Campen zur Verfügung stellte.
Eine halbe Stunde Spaziergang mit unserem Krempel sollten uns dahinführen, doch noch bevor wir richtig losgelaufen waren, hatte jemand angeboten uns in die Richtung mitzunehmen.

Das Hostel ist ein richtig nett gemachtes Fleckchen am Strand.
Der Schwerpunkt liegt wohl auf Party, aber die Fläche ist so groß, dass man sich auch gediegen zurückziehen kann.
Léa und ich checkten ein, bauten unser Zelt auf und starteten, die Insel zu erkunden.
Eigentlich wollten wir einen uns empfohlenen Track laufen, doch irgendwie haben wir den nicht gefunden und so ging es querfeldein durch den Busch.
Größtenteils sind wir knapp hinter kleinen Siedlungen entlanggelaufen, wo einiges an Müll herumlag.
Aber was soll ich sagen, ich hörte etwas rascheln, verfolgte das Geräusch und sah, wuhuuuu, einen wilden Koala!
Er war ungeheuer knuffig und ließ sich von uns nicht sonderlich stören.

Generell ist diese Insel ein Paradies für Hobbyfotgrafenfranz, hier laufen so viele interessante Tiere durch die Gegend!

Am Nachmittag ging es zurück zum Hostel.
Wir kochten redeten mit vielen Leuten und warfen uns in die Hängematten.
Dort lernten wir ein englisches Pärchen kennen.
Sie und wir wollten einen ruhigen Abend verbringen.
Wir verstanden uns jedoch sehr gut und beschlossen, im Barbereich ein gemeinsames Bier einzunehmen.
Ein paar Stunden später haben wir alle auf den Tischen getanzt.

14.08.2016 | 23:26

Ich sitze soeben im Barbereich unseres Hostels.
Hinter meinem Rücken machen viele betrunkene Menschen zu schlechter Musik Party, wie ich es gestern auch gemacht habe.
Heute habe ich einen Gang runtergeschaltet.
Generell kann man sagen, dass die Tagesproduktivität doch arg leidet, wenn man den Tag damit startet, sich in eine Hängematte zu begeben.
Naja, so unproduktiv auch wieder nicht, ich habe in aller Ruhe die letzten Blogzeilen niedergeschrieben und hunderte von Bildern sortiert.
Léa war heute auch nicht gerade die menschgewordene Motivation.
Und so schafften wir erst gegen 16 Uhr, das Hostel zu verlassen, um die Insel weiter zu erkunden.
Wir spazierten wieder wild durch die Gegend herum und vernetzten uns ein wenig mit den einheimischen Spinnen.
Weiterhin sahen und hörten wir unzählige Vögel und fanden den Beginn eines Wanderpfades, welchen wir morgen recht zeitig angehen wollen.
Dann kochen, essen und weiter ausruhen von unserem anstrengenden Leben.
Andy schrieb gerade, dass ich ihm leid tue, gefangen auf einer tropischen Insel.

16.08.2016 | 18:29

Ich sitze in der Campingküche eines Caravanparks vor den Toren (oder besser: hinter den Toren) von Townsville.
Während ich die Bilder für diesen Artikel aussortiert habe, hat mich ein Moskito in jeden (!) Finger meiner rechten Hand gestochen.
Es juckt so gemein unheimlich megastark. Argh!!!!!!

Gestern jedenfalls haben wir eine schöne Wanderung durch die Tropeninsel gemacht.
Leider war es den ganzen Tag über bewölkt und mal mehr und mal minder regnerisch. Wir haben uns davon jedoch nicht aufhalten lassen.
Die Wanderung war schön, sehr ruhig und gab uns die Gelegenheit unzählige Tiere, vor allem kleine, zu beobachten.
Witziger Weise habe ich von der Insel kaum Landschaftsaufnahmen gemacht.
Die Tierwelt spricht jedoch für sich.

Am Abend haben wir dann gekocht und laaange überlegt was wir den Abend über anstellen wollen.
Es regnete.
Die einzige überdachte Aufenthaltsstelle des Hostels war die Bar, doch wir wollten eher einen ruhigen Abend haben.
Aber den gesamten Abend bei Regen im Zelt zu verbringen und aufpassen, dass man keine Zeltwand berührt, macht auch nicht wirklich Spaß.

Also haben wir uns für die Bar entschieden.

Das Programm sah auch nicht zu schlecht aus: Bingo stand an.

Ich hatte Bingo als entspanntes, ruhiges Spiel in Erinnerung, das war es aber irgendwie nicht.

Ich hatte das Gefühl, der Abend war darauf ausgelegt, junge Erwachsene betrunken zu machen und damit Geld zu verdienen.
Dummer Weise hatten wir 10 Dollar für die Bingoscheine bezahlt und damit eine monetäre Motivation, den Abend durchzuhalten.

Ich weiß auch nicht, vielleicht werde ich alt.
Zunächst hatte der Bingomaster eine Assistentin, die Bingo-Bitch.

Puhhh, ich kann dieses sexistische Gehabe echt nicht leiden.
Und dann hatte man als Mitspieler die Möglichkeit, dumme Sachen zu machen um kostenlose Schnäpse zu gewinnen.
Mein Tisch war verhältnismäßig verhalten, was das ansonsten gängige Rumgegröhle anging und so hat mich der Bingomaster zum Verantwortlichen des Tisches gemacht.
Ich sollte sicherstellen, dass mein Tisch ausreichend Party macht.
Um selbst entspannter zu werden, habe ich einen Gratis-Tequila bekommen (den ich nicht trank).

Mehrere Sachen habe ich an jenem Abend festgestellt: Zunächst muss ich anerkennen, dass das Prinzip, die meisten Leute zu motivieren doch recht gut funktioniert.
90 % der Anwesenden waren doch recht schnell betrunken und die Barkasse entsprechend schnell gefüllt.
Was mir nicht gefällt, dass Frauen, so stark zu Objekten reduziert und gedemütigt wurden und niemanden hat das irgendwie gestört.
Und zweitens die extreme Verharmlosung von Alkohol.
Ich meine, ihr kennt mich, ich trinke gern mal ein, zwei, zwanzig Bierchen.
Und Marie und Julia haben durch meinen schlechten Einfluss wahrscheinlich auch mehr Bier in ihrem Leben getrunken, als ohne mich.
Und jaaa, das folgende klingt vielleicht wirklcih nicht glaubwürdig, wenn es aus mneiner digitalen Feder entspringt.
Den gesamten Abend wurde aber so stark signalisiert, dass ein Rausch die einzige Möglichkeit ist, sich anständig amüsieren zu können, dass wir es kaum ausgehalten haben.

Das ist für mich eine sehr merkwürdige Erziehung junger Generationen zu Veroberflächlichung.
Und nebenbei schafft das wahrscheinlich einige Alkoholabhängige.

Vielleicht ist aber auch alles halb so wild und das sind alles anständige Menschen, die durchaus das Recht haben, sich ohne große Gedanken machen zu müssen, sich das Gehirn aus der Rübe zu trinken.

So genug gemeckert.

Als das Bingo beendet war, haben sich Léa und ich unverzüglich aus dem Staub gemacht.

In der Nacht hat uns ein netter Tropensturm erwischt.
Es war megawindig und hat aus Kannen gegossen.

Doch der Poncho über dem Zelt, von dem wir befürchteten, er flöge ob des starken Windes weg, hat uns recht gut beschützt.
So waren nur wenige Sachen nass geworden.
Wir trockneten diese am Morgen, ich besprach mit der Rezeption, dass wir wegen unserer Einnässung später als üblich auschecken werden und dann verließen wir das Hostel.

Glücklicher Weise hielt gerade ein Bus Richtung Fähre an der Bushaltestelle.
Ich rannte hinterher, der Busfahrer machte vor meiner Nase die Türe zu und machte sie wieder auf.
Er meckerte, dass er bereits 5 Minuten Verspätung habe und ich mich mit bezahlen beeilen soll.
Ich versuchte mein bestes.
Als ich ihm aus Versehen einen Neuseelanddollar in die Hand drückte, wurde er noch grummeliger.
Mein genuscheltes „zwei Personen“ hatte er wohl nicht verstanden.
Léa erreichte den Bus, nachdem ich bezahlte.
Ich wusste nicht, dass ich nicht für zwei Personen bezahlt hatte, er pfiff Léa, die einfach durchgegangen war, zurück, mit den Worten, sie müsse bezahlen.
Als Léa von vorn zu mir durch den Bus rief, ob ich nicht für sie bezahlt hätte, ging ein belustigtes Raunen durch den prall gefüllten Bus.
Wir waren wohl für alle Insassen eine lustige Art der Unterhaltung und das obwohl der Busfahrer drohte, dass alle die Fähre durch uns verpassen werden und ich 80 % aller Insassen mit meinem Rucksack anrempelte, als ich durch den Bus manövrierte.

Niemand verpasste die Fähre.
Nicht mal annähernd.

Ich hätte gedacht, dass Busfahrer auf einer winzigen Insel wohl der entspannteste Job der Welt wäre.
Ich habe mich wohl getäuscht.

Naja, wir betraten die Fähre und machten uns auf, zurück zum großen Festland.

Und nun Picture Time!
Eine Galerie der Ausschnitte.

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