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Over the Hills and far away

Und wieder klingelte 8 Uhr der Wecker.
Diesmal voll motiviert aufgestanden, ein Toast in den Rachen geworfen und gen Zug gehüpft.
Ziel war der tolle Weiß-der-Fuchs-was-Gauner-Automarkt irgendwo im Nirgendwo.
Ne Menge Campervans gab’s da.
Mein Lieblingsbulgare und ich führten unzählige Gespräche mit den Autoverkaufsmenschen und fanden letztlich einen Wagen des gleichen Typs wie jener am Vortage.
Also ein wenig gelabert, uns einen lustigen Witz angehört (This is German Coast Gard…) und dann eine Probefahrt gemacht.
Hmmmm, fährt.
Keilriemen klingt komisch, was zum Glück vom noch merkwürdigeren Geräusch das Auspuffs kaschiert wurde.
Ansonsten recht vertrauenswürdig, die Karre.
Also schnell im Wörterbuch nach den englischen Wörtern für „Auspuff“ und „Keilriemen“ gesucht und dann bei der Rückkehr dem Verkaufsmann gesagt, dass die komisch (also im Sinne von „merkwürdig“, nicht „lustig“) klingen.
Nun geht das morgen inne Werkstatt, wird repariert oder auch nicht und nun ja, langer Rede kurzer Sinn: eventuell haben wir bald ein Auto, was hoffentlich länger als ne Woche hält.

Nach der ganzen Autosache mussten wir uns dann einen Grund überlegen, nicht wieder in unser Motel zurückkehren zu müssen.
Jener ward auch schnell gefunden, denn wir hatten beide einen Mordshunger (Trotzdem hab ich dann was veganes gegessen).
Die Lokalität war sehr nett, tausende Mädchen, die einen bedient haben, allesamt sehr aufmerksam. Mit einer sprachen wir, eine Reisende aus Frankreich, die dort einen Job bekommen hat. Das hat mir schon mal gezeigt, dass es möglich ist, in der Gastro nen schnellen Dollar zu machen.
Am besten beginne ich dann mal als Tellerwäscher, dann soll’s ja nicht so weit bis zum Millionär sein. Haha. [Stille im Publikum]

Dann sind wir auf den Mount Eden geklettert, einen verpufften Vulkan und die wohl höchste Erhebung Aucklands.
Von dort hatte man einen schönen Blick auf die eher mittelschöne Stadt, Fotos hau ich an diesen Bericht, wenn ich noch Lust dazu habe :-)
Es folgte der Abstieg. Wir liefen lange irgendwelche 08/15-Straßen entlang und hatten kein rechtes Ziel (voll PEGIDA, höhö). [leichte Amüsiertheit im Publikum].

Da es aber in unserer Otahuhu-Hood keinen Markt oder ähnliches gibt, in welchem man sich irgendetwas kaufen kann, von dem man keinen Durchfall oder akute Fettsucht kriegt, hielten wir es für eine gute Idee, einen echten Supermarkt dort aufzusuchen, wo wir uns gerade befanden. Hätten wir einen gefunden, es wäre der erste gewesen, den wir in Auckland entdeckt hätten.
Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr nach einem Mystikum zu suchen, welches vielleicht gar nicht existiert, also sponatanisierte ich einen Alternativplan herbei.
„Oh, ein Pub mit eigener Brauerei“, sagte ich (Zitat jetzt mal nur eher sinngemäß, vielleicht sagte ich einfach nur „Biiiiiiiiieeeeeer“ oder auch gar nichts und bin einfach hineingegangen).

Dort hatte ich ein gutes IPA und ein vorzügliches Bitter, aber das werde ich dann wieder in die Bierrubrik pinseln.
Auch das war ein Laden, wo ich mir hätte arbeiten sehr gut vorstellen können. Die hinter der Theke sahen mir sehr biernerdig aus.
Jedenfalls hatte ich dort meinen ersten Tofu (für diesen Genuss musste ich drei Abende in der Substanz arbeiten (plus Trinkgeld(!!!))).
Der war lecker. Und ich hatte endlich mal wieder Eiweiße und ein paar Östrogene auf genommen.

Dann ging’s ab zur Trainstation und fertsch.

Alles in allem also so unspektakulär, dass ich mich an dieser Stelle fast schon bei denjenigen entschuldigen muss, die bis hier hin gelesen haben.

Also: Sorry Mama!

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8 Gedanken zu „Over the Hills and far away“

  1. Mein Lieber Bierprofi,

    schreib fleißig weiter, denn selbst das unspektakuläre wird durch Dein Wort zum Actionthriller. :) passt auf euch auf. Grüße an Dr. Mushfiq

  2. Berlin und Frankfurt sind vertauscht. Bitte teile das den örtlichen Behörden mit und bestehe auf sofortige Nachbesserung!

    Ansonsten: Ich lese hier auch gern mit, nicht nur Mutti ;).

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