Rent a Léa.

Wohn mobil!

04.09.2016 | 13:30

Ich sitze im Brewski, jener netten Craft Beer Bar in Brisbane, welche ich schon mal vor einiger Zeit besucht habe.
Endlich komme ich mal wieder dazu, ein wenig zu schreiben, die letzten Tage ist doch einiges passiert.
Nach jenem wundervollen Tage am Great Barrier Reef haben wir uns ein Wohnmobil gemietet, um einen Roadtrip gen Brisbane zu unternehmen.

Das haben wir meines Erachtens sehr geschickt angestellt.
Denn wir haben ein sogenanntes Car Relocating gemacht.
Ehe ihr jetzt den richtigen Brockhaus-Band gefunden habt um das nachzuschlagen, erkläre ich das mal kurz:

Es ist äußerst populär, an der australischen Ostküste eine Reise von Süden gen Norden zu unternehmen.
Das liegt daran, dass es im Winter im Süden mit durchschnittlich 16° C recht kühl ist und naja, im Norden schwitzt man sich halt die Scheiße aus dem Leib (Sorry, für das böse Wort, Anna-Luise).
Deswegen mieten sehr viele Menschen für die Tour von Norden nach Süden einen Mietwagen, bringen jenen jedoch nicht wieder zurück, da sie einfach vom Norden aus zurück oder woanders hinfliegen.
Dies wiederum bedeutet, dass die Mietwagenstationen im Norden stets gut mit Mietwagen bestückt sind, nicht jedoch im Süden.
Die Vehikelvermietungsgesellschaften bieten daher sonderbare Angebote an und vermieten ihre Karren für einen Dollar pro Tag, wenn man den von Norden gen Süden reist und das Fahrzeug innerhalb eines vorher festgelegten Zeitraums wieder zurückbringt.
Und das haben wir gemacht.

Es ging also am Tage nach dem Great Barrier Reef zur Autovermietung.
So richtig wusste ich nicht, welches Auto ich gemietet hatte.
Es stellte sich heraus, dass es sich beim temporär erworbenen Gefährt um ein Mercedes-Wohnmobil handelt, welches für bis zu sechs Personen ausgelegt ist.

Für Léa, mich und unsere vier Rucksäcke, eine Tasche, eine Gitarre und zwei Didgeridoos also genügend Raum zum entfalten.
(Kleiner Old School-Scherz am Rande: Wer morgens zerknittert aufsteht, hat den ganzen Tag über Entfaltungsmöglichkeiten. (Hab ich mal inner Micky Maus in den Neunzigern gelesen.))

So, also Übergabe gemacht, festgestellt, dass diese Karre so unglaublich groooooooß ist.
Ich würde schätzen, das circa zehn unserer Zelte nebeneinander in das Wohnmobil gepasst hätten.
Naja, wer hat, der kann.
Und hättmer nicht, könntmer nicht.

(Okay, ich hab ein Drittel meines Glases getrunken und bin schon sehr angetüdelt. Und ich warte auf meinen meinen veganen Burger, der nach dem Bier mein zweites Frühstück darstellt.)

Gegen Mittag ging es also los, mit dem fahrenden Einfamilienhaus.
Zunächst planten wir uns zurück in die Tablelands zu begeben, da wir nochmal ein wenig in diesem einzigartigen Regenwald wandern wollten.
Bevor wir jedoch Cairns verließen, besuchten wir einen Markt, auf dem wir die Nahrungsdeals unseres Lebens gemacht haben.
Eine Kiste voller essreifer Avocados für 2 Dollar, 5 Kilo Papaya, 2 Dollar, frische Kräuter, vor allem Koriander für umsonst, frischer (!) Kurkuma, für umsonst, Limetten für umsonst, es war wahnsinnig!
Wir hatte Problem, alles tragen zu können und freuten uns zugleich, dass es auch mal seine Vorteile haben kann, wenn man irgendwo erst spät ankommt.
Die Nahrung zum Häuschen getragen, ging es dann also los Richtung Tablelands.
Auf dem Weg klauten wir ein paar Zuckerrohre zum Knabbern.

Es war uns untersagt, im Dunkeln zu fahren. Wegen der Tiere und Schaden am Fahrzeug und so….
(Ach ja, das Wohnmobil hatte erst 2.000 km runter. Das ist in Australien, nun ja, nichts.)
Wir versuchten also, vor vollendeter Dunkelheit an einem Schlafplatz anzukommen, was uns generell nicht so gut gelang, da wir wie immer sehr laaaangsam waren.

Tiere, pahh!
Und direkt während wir darüber sprachen, sprang uns zu Beginn der Dämmerung ein Känguru vors Auto.
Dank meiner blitzschnellen Jedireflexe konnte ich das Haus auf Rädern rechtzeitig stoppen, jedoch wurde uns dann der Sinn des Dunkelheitsfahrverbotes bewusst.

Am Abend machten wir ein Curry.
Memo an mich selbst: Reis im Wohnmobilabfluss führt zu unumkehrbaren Verstopfungen (im Wohnmobil).

Am nächsten Tage starteten wir um zunächst einen berühmten Feigenbaum zu besichtigen, hinter welchem sich schöne Wanderwege durch den Regenwald befinden sollten.
Der Baum war an sich beeindruckend, die Wanderwege erreichten wir jedoch nicht, da man, um jene zu erreichen eine Weile fahren musste und es mit dem riesigen Kasten nicht möglich war, jene „Straße“ zu befahren.

+++ Franz informiert +++

Der Feigenbaum krallt sich um einen großen Baum und nutz ihn als Wirt. Irgendwann stirbt der dann und die Feige ist groß genug auch ohne ihn als beeindruckendes Bildnis abzuhängen

+++

Wir düsten also weiter und fanden eine andere tolle Wanderung durch den Regenwald, welche uns zu einem Fluss führte.
Kein Mensch war dort, wahrscheinlich, weil die Wanderung als „schwer“ ausgeschrieben war und die Australier doch recht wanderfaul zu sein scheinen.
Am Fluss angekommen, sahen wir recht schnell, für wie viele Tiere diese Gegend eine Heimat darstellt.
Tausende interessanter Insekten und Spinnen, und Frösche und Fische und und und.
Und kein einziger anderer Mensch, außer uns, das war wundervoll.
Am Nachmittage ging es dann weiter zu einer Stadt, deren Namen ich leider vergessen habe.

Jene Stadt lag nicht unweit von einem Wasserfall, welchen wir uns anschauen wollten.

Jaja, „Noch ein Wasserfall…“.
Das dachten wir zunächst auch, doch jener hatte etwas besonderes.

Er wurde uns von der Familie empfohlen, welche uns in Kuranda zum Billabong-Festival brachte.

Die Fahr zum Wasserfall war spannend.
Bei dichtem Nebel ging aus über winzige Straßen serpentinesk ins Gebirge.
Es gab zwei Möglichkeiten einen Blick zum Wasserfall zu erhaschen:
Von oben, wo man direkt mit dem Auto hinfahren konnte oder von unten, wofür eine mehrstündige Wanderung durch den Regenwald erforderlich war.
Natürlich machten wir die Wanderung und waren, mal wieder, die einzigen.

So landeten wir am Fuße des Wallaman Falls.

Zweihundersiebzig Meter fallendes Wasser!
Zweehundertsibzsch!

Da kommt man sich irgendwie klein vor.
Ich meine, man kann bequem den Uniriesen darunter parken…

Wir genossen ein wenig die Zeit des Nichtstuns am Fuße des Wasserfalls, begaben uns dann wieder zurück und dann ging es weiter.

Léa schlummerte während ich fuhr.
Sie wachte auf, als ich spontan stoppte.

Ein Tramper stand am Straßenrand.
Natürlich musste ich anhalten um mein Tramperkarma auszubalancieren.

(So, hab nach ner dreiviertel Stunde meinen Burger erhalten, jenen gegessen und ein neues Bier geordert.)

Julien hieß und heißt er, wollte nach Sydney und wir haben ihn einfach für zwei Tage mitgenommen und im mobilen Hotel schlafen lassen.

Auf der Fahrt ist generell nicht viel passiert.
Wir haben viel Guacamole gegessen.
Ne Kiste Avocados muss halt irgendwie geleert werden…
Generell gab es jeden Tag viel Guacamole.
Sehr viel Guacamole.

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