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Die Eiserne Lady

Puh, das war ein Tag.

Ich habe gerade überlegt, ob ich diesen Artikel spannend aufziehe und man das Autoergebnis erst am Ende erfährt. Aber: Er fährt!
(Muss ich eigentlich noch auf meine nonchalanten Wortspiele hinweisen, oder checkt ihr, dass kein Zufall ist (ihr dürft gern die Kommentarfunktion nutzen)?)

Wie auch immer, Columbo war ja auch immer sehenswert, obwohl man schon am Anfang den Mörder kannte (Wusstet ihr, dass Peter Falk ein Glasauge hatte?).

Wie kam es also zu dieser tollkühnen Entscheidung?

Es begann mit dem Aufstehen meinerseits, was einmal mehr zeitlich vor dem Aufstehen des Schnarchbulgaren lag. Ich glaub ich muss mal zum Arzt…
Mami, hat der ADAC schon meinen Auslandskrankenversicherungsschein geschickt?
(Wer ein Gedicht mit diesem Wort in die Kommentare schreibt, dem schreibe ich ein gesondertes in diesen Blog, es muss aber ein bisschen schön sein :-))

Naja, dann duschen (kann ich ja nicht mehr so lange) und frühstücken (Marmeladentoastdosis auf zwei erhöht).
Als mein Lieblingsbulgare dann auch bereit war, ging es zum Bankomat Geld kaufen. Schließlich mussten wir uns vor unserer wahrscheinlich größten Investition dieser Reise mit ordentlich Schotter bewaffnen.
Dann haben wir gewartet, bis uns der gute Verkaufsherr abholte und sind dann gemeinsam zu ihm zu einer Werkstatt seiner Wahl gefahren. Dabei haben wir nett mit ihm geplauscht, wobei hier mein Reisebegleiter den Löwenanteil hatte, da der Autoverkaufsmann aus Afghanistan kam und beide sozusagen Nachbarn sind.
Witzig war, dass er uns erzählte, sein Auto sei bereits zwei mal in Auckland geklaut worden und zwei mal hat er es in unserer Hood wiedergefunden.

Nun ja, in der Werkstatt angekommen, kam dieser fahrende Haufen Schrott auf die Hebebühne und wurde vom Mechaniker erstmal richtig rangenommen.
Er spielte unten an irgendwelchen Nuppis (dieses Wort habe ich soeben erfunden) rum und schon kam eine Flüssigkeit gespritzt.
Die Fachleute vor Ort erklärten mir, dass dies wohl Öl sei, eine Flüssigkeit, die sich so ziemlich in jeden fahrenden Auto aufhält.
Während die Unmengen Öl aus dem Vehikel liefen, dachte ich mir, wie doof doch die Amerikaner sind.
Die fangen Kriege in irgendwelchen Ländern an um an deren Ölvorkommen zu gelangen, dabei müssten sie nur mal in den ganzen Autos suchen, welche bei denen so rumfahren.
Naja die besten Amerikaner sind immer noch die mit Glasur…

Der Mechaniker erklärte dann unserem Fahrzeugtypen, dass das Auto ein Leck hat und Öl austritt.
Hihi, unser Fahrzeugmann hat das geglaubt, obwohl er gesehen hat, wie der Mechaniker vorher den Nuppi geöffnet hat.
Nun ja, Reparatur dauert vier Stunden, dann haben die auf persisch etwas rumafghanisiert und nach erfolgreicher Preiseinigung fing der Mechaniker an dran rumzuwerkeln und wir hatten vier Stunden Zeit irgendwas zu machen.

Gingen ein Deutscher, ein Bulgare und ein Afghane inne Mall…
Hmmmm, es könnte ein Witz werden. Wurde es aber nicht, wir sind in eine Mall spaziert, haben auf dem Weg viele Freunde des Autoverkaufsmanns kennengelernt und schließlich in der Mall gespeist.
Dabei haben wir heftig über Politik debatiert.
Das war fast wie ein Abend im Bill Hart.
Nur ohne Bier. Ohne Qualm. Ohne Andy. Und ohne hochfrequentes Mädchenfiepen von der Seite.
Naja, irgendwann ging es dann wieder zurück, das Leck wurde ausgeleckt und wir haben ausgecheckt.
Eine kurze Beratung auf Deutsch kam zu dem Schluss, dieses Fahrzeug zu kaufen.
Also ab (auf) die Post, dort werden beim Besitzerwechsel unkompliziert die Formalien abgefrühstückt und yeah, nun bin ich Autobesitzer!

Danach haben wir uns heimfahren lassen. Haben ihm die 4.000 Kröten gegeben (in 20-Dollar-scheinen(!!!(Muhahar(#joergwaerestolzaufmich)))) und weil er Zeit hatte, hat er uns noch zu einem (echten) Supermarkt gefahren.
Dort waren wir einkaufen. Tofu gibts nicht. Sojamilch auch nicht gesichtet, aber immerhin Tiefkühlzeug wie Sojaschnitzel und -nuggets gab es.
Im Markt verabschiedete sich dann der Automann von uns, weil sein Bruder draußen auf ihn wartete.
Wir kauften noch in aller Ruhe ein, bis es dann zurück ins Motel ging.

Und wer denkt, dass die Geschichte hier endet, der irrt schwer!

Neee, war ein Spaß, die ist jetzt zu Ende.

Aber es geht weiter mit einer neuen:

Nennen wir sie: „Come in and find out

Selbstverzüglich haben wir uns nun einen tollen Sicherheitsparkplatz auf dem Gelände des Motels gegönnt, damit unser neuer Wegbegleiter (so viel kann ich schon sagen: unsere neue Wegbegleiterin) ein sicheres Plätzchen zum schlummern hat.
Der Automann empfahl uns, einen bewachten Parkplatz zu nehmen, obwohl ich im entgegnete, dass wir das Auto im Falle eines Diebstahls ja eh wieder in unserer Hood finden würden. Nun ja, ihr wisst, ich muss auf meine drei Pointen pro Tag kommen…

Mein Lieblingsbulgare managte das mit der Rezeption, 10 Dollar pro Nacht kostet das und die haben wir grad noch so.
Die Vehikeline auf dem Parkplatz abgestellt, sahen wir auch einen neuen Zugang zum Motel.
Und dann…
Puh…
Wer erinnert sich noch an diesen Doofimoment, als wir den Supermarkt fanden, den wir tagelang suchten und der dann bei uns direkt um die Ecke war?
Nun…
Wir fanden einen Gemeinschaftsraum, mit Herdplatten.
Zum Kochen.
Von echtem Essen.
Wir hätten uns all die Zeit echtes verfluchtes (in einer ersten Version dieses Beitrags hatte ich erst ob eines emotionalen Auswurfs „verficktes“ geschrieben) Essen zubereiten können! Wahhhhhhhhhhhh!!!!!!!

Nun ja. Dafür gibt es Bier.  Mir geht es gut.

Wir gingen nach oben, räumten ein wenig auf, wuschen ab, brachten den Müll hinunter, sammelten unsere verschmutzte Wäsche, warfen sie in eine Waschmaschine und stießen dann wieder oben an.

Wir stießen an auf

Die eiserne Lady.

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#wirsindunmöglichtoyota

PS.: Wer ist eigentlich Kyle Riemen?

9 Gedanken zu „Die Eiserne Lady“

  1. Politische Diskussionen mit Herrn F.
    Sind schlimmer als mein Chef
    Und bliebe mir die Wahl
    Ich würde quieckende Mädchen im Saal
    Ertragen wie ein Mann,
    Weil ich sonst eh nichts andres kann.
    Mutti, mach mal Eier!
    Der Auslandskrankenversicherungsschein muss her
    Künftige Lebertransfusionen werden sonst schwer.

    Oder so <3

  2. .also nichts gegen Columbo….eure Klamotten werden och bald so aussehen.. wie sein Trenchcoat…..das Auto wird bald so fahren…..die Haare erinnern mich jetzt schon an einen gewissen bulgarischen Freund……. ALSO … Glasauge sei wachsam…. LG

  3. Natůrlich Glasauge, herzlichen Glück wunsch zur “ Eisernen Lady:“ Viel Glück und allzeit gute pannenlose Fahrt Euch Beiden. Bleibt gesund . O O

  4. Lieber Franz, das hochfrequente Mädchenfiepen könnte Dir`s Gehör verbiegen,
    drum lass es sein, steig in die alte Eiserne Lady ein,
    doch bedenke , Bier und so machen diese garnicht froh;
    noch mehr und vernünftigeres zum Auslandsversicherungsschein fällt mir trotz HNO-Arztsein nicht ein.
    Alles Liebe! Cosima

  5. Ich sitze hier und lach mich scheckig,
    Franz, ich freu mich immer eckig
    Deine Pointen hier zu lesen,
    als wär’s im Kabarett gewesen.
    Die Lady ist erstmal genehmigt
    und in Franzens Blog verewigt.
    Fragt sich bloß: Wo ist der Schein?
    Welcher soll es gleich noch sein?
    Der fürs Ausland gegen Crash.
    Reimt sich bloß auf Johnny Cash.
    Ich schweife ab, wollt nur noch sagen:
    nach dem Schein müsst Ihr nicht fragen.
    Franzens Mutter wird’s schon richten.
    Und ich hab’s richtig satt, das Dichten!

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