Die drei Beiden am südlichsten Punkt der Südinsel.

Der südliche Süden

03.01.2016 | 20:48

Ich sitze im Gemeinschaftsraum eines Campingplatzes in Invercargill und mache mal weiter mit dem schreibenden Aufholen meiner vergangenen Tage.
Wir waren also mit den Franzosen auf dem Weg zum südlichen Teil der Südinsel.
Eigentlich wäre das noch nicht unsere Route gewesen, aber sie haben uns mit so nem Hundeblick angeschaut und gemeint, dass sie soooooo gern Silvester mit uns verbringen würden, dass wir beschlossen haben, die reine Route mal wieder ein wenig noch sinnloserererer zu gestalten und ihnen diesen Reparationsgefallen zu gewähren.
Den ersten Stopp auf dem Weg haben wir an einem Fluss gemacht um uns noch ein wenig auszuruhen.
Ich war sogar im Wasser, doch zugegeben bin ich wieder raus, bevor meine Zehen begannen, schwarz zu werden.
Dann Zwischenstopp in Roxburg (Rechtschreibung ist hier definitiv nicht korrekt, ich bin aber auch zu faul, nachzuschlagen) für eine Nacht.
Am nächsten Tag ging es nach Invercargill, eine ganz nette Stadt, mit zwei, drei Zentrumsstraßen, die sich derzeit bei uns als Dreh- und Angelpunkt entwickelt hat.
Dort trennte sich das Rote Beate Racing Team von der Gruppe aus zweierlei Gründen:
Erstens wollte ich in dieser Stadt etwas finden, worauf ich all meine Bilder und Filme speichern konnte, denn meine ganzen Lesegeräte funktionieren nicht mehr und meine SD-Karten werden alle übervoll und des Weiteren auch der Speicherplatz meines Tablets, was bedeutet, dass ich euch nicht mehr mit neuen Bildern versorgen kann, was letzen Endes zu diesem sinnlos langen Satz geführt hat.
Und zweitens war das Projekt Tisch in Rote Beate noch nicht abgeschlossen, also musste nochmal ein Baumarkt angesteuert werden.
Beide Punkte sind je eine lustige Geschichte für sich (die mit dem Bett-Tisch ist es ja jetzt schon).
Im Elektromarkt fragte ich nach einer externen Festplatte, die mit meinem Tablet funktioniert.
Keine Chance.
Das einzige, was es gab und mir helfen würde, sei eine Wifi-Festplatte mit automatischer SD-Kartenlesefunktion für 300 Dollar.
Ich fragte, ob es noch etwas geben würde, für das ich keine Hypothek auf mein Auto aufnehmen muss.
Da leider nicht.
Dann erörte ich noch bei dem netten Verkäufer, Riki hieß er (und heißt er immer noch), ob es noch andere Läden in der Stadt gebe, die so etwas in ihrem Produktportfolio führen könnten.
Er nannte mir ein paar, ich versprach ihm, zurückzukehren, sollten die nichts für mich haben.
Ich war ja schon ein wenig angegeilt von diesem Gerät.
Nebenbei habe ich noch Bekanntschaft mit BB8 gemacht.
Es gibt ihn wirklich!
Er kann herumrollen und piepsen!
Er ist wie ein bester Freund und ersetzt auch sonst alles wichtige auf der Welt (außer Bier vielleicht).
Er kostete 260 Dollar.
Er wurde mir ausgeredet.
Ich war ein wenig traurig, doch wir mussten erstmal weiter.
Danach ging es in den Baumarkt.
µ x Daumen habe ich ein wenig herumgemessen, und mir ein paar Stabilisierungshölzer gekauft.
Danach die anderen Elektromärkte abgeklappert. Keine Chance.
Also wieder zu Riki.
Dort gesagt, dass ich dieses High Tech-Teil haben will, es kurz getestet und verhandelt.
Aber es führte kein Weg herein, BB8 gratis mit dazuzubekommen.
Immerhin 30 Dollar Rabatt bekommen.
Am Campingplatz habe ich dann gemeinsam mit Greg den Tisch weitergebaut.
Er half mir viel und hatte gute Ideen.
Nur einmal meinter er, dass jene Schrauben, welche ich erwarb, ganz schöner Mist seien, da sich sich kaum hereinschrauben lassen.
Nach der Empfehlung, den ausgeborgten elektrischen Schraubendreher so einzustellen, dass er in die korrekte Richtung dreht, hatte sich seine Meinung zu den Schrauben noch mal geändert.
Nach Stunden harter Arbeit war dann das Werk vollbracht, ich hatte ein Bett und einen Tisch.
Leider jedoch fiel die Konstruktion während ich mich später bettete, in sich zusammen.
Diagnose: zu kurze Schrauben.
Also ging es Tags darauf erneut in den Baumarkt.
Neue Schrauben.
Die alten habe ich mit der Zange herausoperiert (Greg hatte sie via Bohrmaschinenmodus rundgelutscht), die neuen reingeschraubt und dann war das Projekt endlich beendet!
Während ich all dies richtete, waren die Franzosen schon weiter gefahren.
Wir fuhren hinterher.
Die Strecke entlang der Südküste war recht schön, wir besuchten den südlichsten Punkt der Südinsel und endeten auf einem Campingplatz, auf dem es stark stürmte, jedoch direkt an einem Strand gelegen, an dem man Delfine und Pinguine sehen kann.
Die Sanitäranlagen waren sehr DDR-mäßig.
Zu jener Zeit wurden sie wahrscheinlich auch das letzte Mal gereinigt.
Pinguine kann man nur kurz vor der Dämmerung und sehr früh am Morgen sehen, da sie den Tag über im Meer fischen gehen.
Man sieht sie also üblicherweise beim Pendeln :-)
Da wir erst des späten Abends ankamen und am nächsten Vormittag weiter mussten, da wir die Franzosen noch nicht ganz erreicht hatten, fiel die (für mich sehr angenehme) abenddämmerige Option leider aus.
Also Wecker auf 5.50 Uhr gestellt.
Puh.
Am Morgen sieht dieses Land so anders aus.
Es sieht so früh aus.
Ich mag es da nicht.
Und dann ist auch noch Stefan verloren gegangen.
Also begaben die Quotenthüringerin und ich uns schon auf den Weg zum Point of Interest, in der Hoffnung, er käme nach.
Tat er aber nicht.
Und Pinguine waren auch keine da.
5.50 Uhr.
Puh.
Wir gingen zurück zum Auto.
Stefan kam kurz daraufhin auch.
Aus der entgegengesetzten Richtung.
Er hatte Pinguine gesehen.
5.50 Uhr
Wir folgten ihn an seinen Beobachtungsplatz.
Und siehe da, wir haben einen gesehen.
Einen echten Pinguin in freier Wildbahn!
Posiert hat er für uns, ein herrlicher Anblick!
Das hatte meine Laune sogar gebessert.
Die ohnehin angeknackst war, denn (jetzt erinnere ich mich wieder), den Abend davor erfuhr ich, dass der liebe Lemmy nicht mehr unter uns weilt.
Der Papa das Heavy-Rock-Metal-Was-Auch-Immer.
Mich hat das echt traurig gemacht.
Aber auf der ganzen kompletten Fahrt dieses Tages dröhnte Motörhead aus den Lautsprechern!
Und auch anders haben wir ihm gehuldigt, aber dazu später mehr.
12 Uhr waren wir mit den Franzosen an den Cathedral Caves verabredet.
Vorher haben wir noch einen Wasserfall aufgesucht.
Jener war ziemlich cool.
Aber nicht am Fuße mit Blick auf jenen, sondern man hatte die Möglichkeit mit etwas Akrobatik einen kleinen versteckten Minipfad nach oben zu krackseln und war am oberen Ende des Wasserfalls komplett alleine.
Wir genossen das sehr.
Diese Ruhe. Herrlich.
Und wir haben einigen Asiaten, die von unten ein Foto machen wollten, das Bild mit unseren tollen Erscheinungen gepimpt, indem wir oben am Wasserfall posiert haben. :-)
Danach ging es zu den Cathedral Caves.
Es begann mit einem organisierten Parkplatz und vielen Menschen.
Puh.
Wir trafen die Franzis direkt dort.
Spannend war an diesen Höhlen, dass sie nur bei Ebbe erreich- und begehbar waren.
Und auch so hat man sich ganz schön nass gemacht.
Zur Urlaubssaison sind dort jedoch hunderte Leute, das hat die Atmosphäre stark belastet, wenn nicht zunichte gemacht.
Aber so ist das nun mal.
Wir sind am Ende auch nur Menschen, die die Anzahl der Menschen dort erhöht haben.
Wieder zu den Vehikeln zurückgekehrt ging es dann Richtung Kakapoint (hihi).
Auf dem Weg dahin besuchten wir noch den Lost Gypsy Caravan, eine Ausstellung mit vielen Kuriositäten, ein wahres Panoptikum der Skurilität.
Es lässt sich schwer beschreiben aber ich versuch es mal:

Ein Pseudokünstler mit Talent für Elektronik und Mechanik hat mit viel Erfindungsreichtum aus altem Krempel ganz viel Zeug zusammengeschweißt und -gelötet.
Dabei hat er seinem Hang zum Unheimlichen, Derben und Absurden freien Lauf gelassen.
Und bei den meisten Sachen konnte man einen Knopf drücken oder an etwas drehen, sodass etwas passierte.
Ein Schmaus für mein Kleinkindherz, endlich mal ein Nichtnaturhighlight!
Dann am Campingplatz in Kakapoint (hihi) angekommen, viele Stunden bis in die Nacht versucht, die Wifi-Festplatte in Gang zu kriegen.
Ohne Erfolg…

Weiter ging es am nächsten Morgen zu Nugget Point, einem schönen Aussichtspunkt am Meer, der seinen Namen erhielt, weil an jenem Felsen wie Nuggets aus dem Meer ragen.
Ein toller Ort, an dem Ich viel mit der Kamera gespielt habe.
Neben der tollen Landschaft, haben sich unzählige Robben und Seelöwen dort getummelt und auch Zweikämpfe vollzogen, was höchst interessant war und durch meine Augen und Linsen beobachten werden musste.
Es war Silvester.
Wir picknickten am Meer, machten ein Picknickerchen am Strand und dann ging es noch ein paar Sachen einkaufen.
Am Nachmittag erreichten wir den Zielcampingplatz in Balclutha.
Es sollte der ultimativ letzte Abend mit den Franzosen sein.
Und es war ein schöner Abend.
Wir kochten Chili, mixten Mexikaner und bereiteten Obstsalat.
Zwei nette Menschen, die wir vor Ort kennenlernten (Schweizerin und Spanier) kamen noch hinzu und fertig war eine nette Runde.
Und wir huldigten dem Großmeister mit Jack Daniels und Cola!
Die Mädels gingen nach Anbruch von Dunkelheit und Kälte in die Küche und wir Jungs begannen dann die Politik in die Themenwaage zu werfen.
Es ist sehr interessant, verschiedene Ansichten aus verschiedenen Nationen zu hören und war ein würdiger und niveauvoller Abschluss unserer gemeinsamen Reisezeit.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen.
Ein letztes Foto, ich spielte etwas melo(-die-)dramatisches auf der Mundharmonika und dann trennte sich die Gruppe.

Für uns hieß es dann wieder: Rückweg!

Denn Stewart Island, eine Insel im Süden von Neuseeland steht auf dem Plan und so reisten wir über Kakapoint (hihi) wieder zurück nach Invercargill.

Highlights während der Fahrt: Seelöwen, Bootswrack, Krebs, Schokokekse

In Invercargill Festplatte zurückgebracht, mit Riki gequatscht, bis nach Ladenschluss versucht, das Ding zum Laufen zu kriegen, er war untröstlich, meinte, ich könne sie ihm mitgeben und er schaut sich das zu Hause an.
Weiterhin hatten wir beschlossen, auf dem Campingplatz für drei Nächte zu bleiben, weil es uns hier gut gefällt.
Pavillon aufgebaut.
Der hielt bis heute Morgen.
Während einer angeregten Unterhaltung über Politik während des Frühstücks kam eine kleine Brise Wind.
Der Pavillon: Totalschaden.

Dabei hatten wir ihn sehr intellent befestigt.

Naja.

Grund für uns, in die Gänge zu kommen und aufzubrechen, ein Shoppingtag stand an!

Zuerst: Kathmandu, ein Outdoorladen, vielleicht hat er ja einen coolen Pavillon.
Hatte er nicht. Aber eine coole Hose, die ich mir vielleicht morgen kaufen werden.
Meine alte ist leider komplett tot.
Dann fuhren wir wieder zu Riki.

Er hat das Gerät komplett austauschen müssen, aber jetzt funktioniert es endlich, juhuuuuuu!!!

Dann habe ich ihn gebeten, ob er uns noch mal BB8 vorführt, da Stefan beim letzten Mal leider nicht dabei war.
Hach ist der süüüüüüüüß!

Brii Bing Bong Bwua! Piep Peup Pwong!

Ich bin vernünftig geblieben und habe ihn mir (noch) nicht gekauft.

Riki war wirklich cool.

Wir haben uns über die Tage ewig unterhalten und er war außerordentlich hilfsbereit, ich werde noch eine Mail an seine Firma senden, dass der Kerl es echt drauf hat.
Seitdem sitze ich im Camp Ground, kopiere Daten und schreibe diese Zeilen. Mittlerweile ist es 0.23 Uhr, ihr könnt ja oben gern mal schauen, wann ich anfing.

Bald ist das Kopieren auch fertig.
Ich freue mich, dass ich mit dem Blog nun wieder up-to-date bin und ich dann wieder nicht ganz so logbuchartig berichten muss, sondern wieder ausschweifen kann :-)

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