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Auf dem Weg…

So, ihr lieben Lieben,

da ist er also, der Blog, in dem ich so niederschreiben werde, was mir auf meiner Reise alles so begegnet, welche Gedanken mir durch den Kopf schießen und und und.
Jetzt am Anfang ist er noch nicht schön, ich hab ja auch noch keine coolen Angeberbilder gemacht, mit denen ich diesen Blog pimpen könnte, aber das kommt nach und nach.

In diesem Beitrag könnt ihr schon mal meine ersten niedergeschriebenen Reisegedanken lesen, habt Spaß damit!

(Achtung, jetzt geht’s los)

12.10.2015 | 20:30

Wow, ich sitze nun im Flieger. Zehneinhalb Stunden haben wir bereits zurückgelegt.
Wir sind nun fast Höhe Vietnam.
Kaum zu glauben, dass ich nun in dem Flieger sitze, der mich dahin bringt, worauf ich zwei Jahre hingearbeitet habe.
Huch, Turbulenzen, ich schalte mal lieber in den Flugzeugmodus :-)
Dieser Blog wird nichts spektakuläres darstellen, es ist schlicht ein Reise- und Gedankenbericht, mein Tagebuch.
Ihr alle könnt meine Worte lesen wenn ihr wollt, meine Gedanken erfassen und damit machen, was auch immer ihr wollt.
Gestern war Tag des Abschieds, ein schöner aber kalter Herbsttag möchte ich sagen.
Die güldenen Blätter, die so langsam von den Bäumen lassen, waren wohl ein gutes Setting für eine würdige Verabschiedung.
Ein Brunch mit Familie und engen Freunden sollte es sein.
Es war ein schöner Vormittag. Meine Eltern baten um ein Stündchen Qualitytime mit ihrem Sohn only.
Dieser Wunsch wurde ihnen natürlich gewährt und so gingen wir zu dritt vor dem Brunch auf dem Fockeberg spazieren.
Wir tauschten dabei noch einige Worte zur Reise aus und genossen dann oben angekommen den schönen Blick auf Leipzig.
Für meine Eltern war dies das erste Mal, dass sie die Stadt der Linden vom Fockeberg aus sahen, für mich wird es für längere Zeit wohl das letzte Mal gewesen sein.
Ein schöner Abschied meiner Geburts- und Wahlheimat und ein schöner Spiegel meiner Beziehung zu meinen Eltern dieser Moment auf Leipzig höchster Erhebung.
Haben sie mir während meiner Kindheit und Jugend etliche Dinge mit auf den Weg gegeben und mich auf mein Leben als selbstständiger Mensch vorbereitet, so war ich es in den letzten Jahren, der ihnen in einigen Dingen neue Sichtweisen zeigen konnte, die sie für sich angenommen haben. Sie profitieren also von meiner Erziehung durch ihre Hand, fast wie ein Apfelbaum, den man erst mit viele Mühe hegen und pflegen muss, der doch später auch einige Sachen wieder zurückgibt, wenn man im Vorfeld nicht allzu viel falsch gemacht hat.
Nun denn, das vorerst letzte, was sie durch mich nun erlebt haben, war der Blick vom Fockeberg.
Nun blicke ich aus dem Fenster des Flugzeugs und sehe… nichts.
Es ist dunkel. Der Blick nach draußen gibt einem nichts zurück. Er lässt mich mit meinem Warten auf unser erstes Etappenziel allein.
Der Abschied gestern zeigt mir jedoch, dass ich nie so recht allein sein werde, bei den tollen Menschen, mit denen ich in der Heimat verbunden bin.
Der Abschied war tränenreich. Ich konnte mich dem Tränenreich noch bis zur Fahrt gen Frankfurt am Main entziehen, doch dann las ich die niedergeschrieben Abschiedswünsche und es ging los, Wasser marsch!
Eine Flut von Gedanken strömte auf mich ein. „Tue ich das Richtige? Ist es fair, mit meinem Drang in die Ferne meine Lieben traurig zu machen? Wie halte ich die Zeit ohne die tolle Beziehung zur Mitinhabering der Frine Braumanufaktur aus (Ohne deren unglaubliche Hilfe in den letzten Tagen ich es wohl auch noch nicht in die Nähe des abreisenden Flugzeugs geschafft hätte)?“ Und: „Hat dieser Eisklotz von bestem Freund da wirklich in der Öffentlichkeit geheult!?“
Nun ja, heute sind die Gedanken erstmal in den Hintergrund getreten.
Die Orga bestimmte den Tag. Der Vater meines lieben bulgarischwurzeligen Begleiters (ja, ich habe mir vorgenommen, in diesem Blog keine Namen zu nennen, sondern (mehr oder minder) lustige Umschreibungen zu finden) hat alles perfekt durchgeplant: Hotel am Flughafen, ordentliches Abendessen und ein Radeberger für mich (zwei je Vater und Sohn ;-)), Porscheshuttleservice, Begleitung zur Gepäckabgabe mitsamt Abschied (da hätte ich ja gern auch ein paar Tränen gesehen:-)) sowie der einwöchigen Vorbuchung eines Hotels in Auckland.
Genau so stell ich mir das vor 😀
Als er dann von dannen gezogen war, zeigte sich dann auch gleich mein schlechter Einfluss auf den überraschend organisierten Mitflieger, wir haben nach meiner Überzeugungsarbeit (nerven, bis der andere aufgibt) noch in aller Ruhe etwas gespeist um dann last Minute vor der Gateschließung in den Flieger zu hüpfen (Konnte ich ja nicht wissen, dass die Bedienung so lange braucht…).
Nun ja, in selbigen Flieger sitzen wir immer noch.
Mein Sitznachbar freute sich „am Mittag“ über zwei Portionen Hühnchen mit Pesto und moppelkotzigem Kartoffelbrei (uhhhh, neue Idee: Kartoffelbräu) und ich mich über zwei Brötchen mit…
Ich freute mich über zwei Brötchen.
Ein paar Blockbuster später, die wir uns über Flatscreens in der Sitzen der Vordermänner- und Frauen angeschaut haben, gab es dann noch lecker Fisch (für alle außer Franz) und ansonsten… Brötchen.
So langsam werde ich auch müde. Ist auch anstrengend, dieses Rumgesitze.
Nun ja, evtl. schreibe ich dann in Taipeh mal noch ein paar Zeilen.

13.10.2015 | 18:10

Nun sitzen wir im Food Court des Airports, haben uns asiatische Spezialitäten schmecken lassen (in meinem Fall: gefüllte Teigtaschen und Gemüsereis, im Fall des bulgarischwurzeligen Begleiters: Burger).
Witzig, dass mir jener Herr erzählte, dass wir wohl während unseres Flughafenschlafes rege von anderen Menschinnen und Menschen fotografiert wurden. Wir sind wohl sowas wie eine Attraktion (nicht für umsonst ist wohl eine gemeinsame Wortstämmigkeit zu attraktiv erkennbar :-))

13.10.2015 | 19:50

Wir sind satt. Das ist auch gut so, war das wohl meine letzte Mahlzeit für die nächsten 15 Stunden, dann sind wieder nur Brötchen angesagt. Natürlich könnte ich vorausschauend denken und mir im Vorfeld noch was für den Flieger holen. Aber Leute, mal ehrlich, da kennt ihr mich besser.
Neben mir liegt nun ein kleiner Schlaf- und Schnarchbulgare (der sich seinen Blogspitznamen fairer Weise noch selbst aussuchen darf), während ich das Gepäck bewache.
In einer guten Stunde werden wir aufbrechen und unser Gate suchen, auf diesem Flughafen ist man gut und gern zu Fuß mal ne halbe Stunde unterwegs. Der ist echt riesig.

Naja, mal sehen, ob wir’s rechtzeitig in den Flieger schaffen 😀

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