Lost in Translation

23.01.2016 | 8:36

Gestern war ein Scheißtag.

Der Wecker klingelte 7 Uhr aber ich war eh schon wach, weil mich Alpträume nicht schlafen lassen wollten.
8 Uhr hatte Beate ihr Date mit dem Mechaniker.
Wir gaben sie also brav ab.
Die Zeit vertrieben wir uns mit Warehouse- und Campingshopping, ohne jedoch etwas zu erwerben.
Nach einigen Stunden kam die Nachricht, dass Beate abgeholt werden könnte.
Insgesamt hab ich fast 500 Dollar gelöhnt und ich weiß, dass noch nicht alle Sachen repariert sind, die repariert werden müssen, das tut grad irgendwie weh, da ich eigetnlich auch dabei bin, mein Geld für meine Zeit nach meiner Heimkehr zusammenzuhalten.

Danach wussten Stefan und ich nichts mit uns anzufangen, meine Motivation war nach der fiesen Nacht eh im Keller und Stefan hatte auch keine inspirativen Ideen, beziehungsweise konnte er mich mit seinen Vorschlägen, wandern zu gehen, nicht recht überzeugen.
Also noch mal Pseudoshopping.
Danach ging es in den Park.
Auf der Wiese arbeitet ich an einem kleinen Liedchen weiter, welches ich nach einer ebenfalls schlechten Nacht an einem Morgen ersann, aber schnell verging mir auch daran die Lust.
Wir machten uns auf, ein Eis zu essen, sowas hilft den Mädchen ja immer, wenn die ein Tief haben.
Mir hat es nicht geholfen.
Also neuer Versuch: Bier trinken in einer Bar.
Ich hatte den tollen Vorschlag gemacht, dass wir uns doch ein wenig anklingeln könnten und dann einfach tanzen gehen und die Nacht durchmachen.
Wir schafften drei Bierchen und gegen 22 Uhr machten wir uns zu unseren Vans.

Es ist eine merkwürdige Zeit in der viele Dinge aufeinanderprallen.
Zum einen fehlen mir Inspirationen für eine weitere Reisegestaltung.
Die Bar will sich bei mir ja in ein paar Wochen melden. Ich habe auf jeden Fall festgestellt, dass mich das verweilen in Queenstown derzeit lähmt und so weiß ich, ich sollte mich trotz der Hoffnung, dass das klappt, mich ein wenig wegbewegen.
Surfschule ist ein Plan!
Was vor ein paar Wochen noch eines meiner Primärziele war ist gerade, wenn ich daran denke irgendwie gar nicht mehr so interessant für mich.
Was nicht heißt, dass ich es nicht machen will.
Nur fehlt mir bei dem Gedanken daran die Euphorie, die ich ja sonst immer schnell entwickle.
Vielleicht tut auch einfach der Gedanke weh, so viel Geld noch in die Beate stecken zu müssen obwohl es ja auch naiv gewesen wäre, ich komme das Jahr reparaturfrei um die Runden.
Und der Plan, dass die Reparaturen durch zwei Leute gehen, geht leider auch nicht mehr auf.
Dringend muss ich irgendwie an einer schönen Perspektive arbeiten, die mir gut tut.

Zum anderen holen mich grad schön meine unverarbeiteten Probleme ein, die ich eigentlich in Deutschland zurücklassen wollte.

Seitdem Stine weg ist, schlafe ich wieder alleine ein, hab niemanden mehr zum Quasseln beim Einschlafen, was auch bedeutet, dass die Gedanken wieder auf mich einprasseln, was zu Jährung der Kacke, welche im letzten Jahr passierte irgendwie nicht sonderlich toll ist.
Offensichtlich klammere ich mich zu sehr an vergangenes.
Beim Betrachten des heutigen Datums weiß ich genau, was heute vor neuneinhalb Jahren passierte, ich weiß genau, wie die nächsten vor einem Jahr aussahen.
Es ist kein schönes Gefühl und ich bin auf der Suche nach einem Weg, daran zu arbeiten.
Normaler Weise ging es mit Andy in die Substanz und dann wurde das bis morgens besprochen, bis es gelöst war oder ich betrunken genug gewesen bin, bis es mir egal war :-)

Der arme Stefan, ich denke er ist auch ein Mensch, der gern jemand hat, der ihn mitnimmt und er nur noch zusagen muss.
Das klappt gerade die letzten Tage ob meiner eigenen Planlosigkeit nicht mehr so gut.

Selbst mein alter Klassikerplan, ablenken durch Leute, klappt grad nicht.
Aber das ist auch interessant, weil ich dadurch wieder etwas über mich selbst lerne.
Scheinbar habe ich hier große Probleme mit meinem Selbstbewusstsein.
Die fremde Sprache, durch die ich mich nicht so galant bewegen kann, wie durch meine Muttersprache, ist wohl nur ein kleiner Teil.

Mir fehlt hier irgendwie alles, was ich mir daheim aufgebaut habe und was mir augenscheinlich viel Selbstbewusstsein gab..
Hier bin ich kein cooler Musiker, der inner Band spielt (Jahaaaa, in Leipzig war ich das!!!), das hier ist nicht meine Hood mit meinen Freunden, die mir immer Rückendeckung geben und vor allem bin ich auch nicht der coole Barkeeper, der jedem noch nen dummen Spruch an den Kopf wirft.

Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir auf, dass das ja eigentlich genau das ist, weswegen ich hier hergekommen bin.
Ich gab meine Sicherheiten auf, um mich dem Unbekannten zu stellen.

Das sollte ich mir wohl die nächsten Tage mal wieder mehr vor Augen halten.

So, genug rumgeheult, heute wird ein geiler Plan für die nächsten Wochen gemacht!

26.01.2016 | ??:??

Ich habe mir vorgenommen, erst wieder nach einem Erfolgserlebnis zu schreiben, sonst fällt hier ja die Pointenquote in den Keller (Dann wäre die Pointenquote also auf Augenhöhe mit deren Niveau :-)).

So.

Zunächst:

Marie hat in zwei Tagen Geburtstag. Ich halte hiermit im Vorfeld fest (auch wenn dieser Beitrag erst im Nachfeld veröfentlicht wird), dass, sollte sie nichts von mir hören, an jenem Tage, ich kein Netz habe, gefangengehalten werde, schlafe, tot bin oder irgendwas.
Niemals, aber auch niemals würde ich ihn vergessen. Nieeeeeemals!

Aber nun zur Story:

Hmmmm, ich kann mich kaum mehr erinnern.
Die Tage in Queenstown waren weiterhin scheiße!

Ich kann mich kaum mehr erinnern und das ist gut so!

Zusammengefasst haben wir Zeit totgeschlagen und versucht, nicht zu viel Geld auszugeben.
Ich habe vorrangig Bücher gelesen und ein wenig komponiert.
Hmmmm, wir haben Burger gegessen.
Und ach ja!
Highlight: Ich bekomme jetzt Stammkundenrabatt im Atlas Beer Café!

Damit ist das jetzt offiziell mein Neuseelandwohnzimmer!

Weiterhin haben wir zwei Amis in der Burgerschlange kennengelernt, die beide nicht Donald Duck ähhhh… Trump wählen werden (Aus Überzeugung).

Am Montag, was gestern war, war der Plan, die Werkstattheinis (How up, do high knee!?) wieder heimzusuchen und denen zu erzählen, das das Ölleck mitnichten (und auch ohne Neffen (höhö)) geschlossen ist.
Der Werkstätter meinte: „Joar, wir haben es auch nicht geschlossen, sondern nur Schrauben und ne unverständliche Vokabel angezogen.“
„Aber Freitag können wir das machen!“

„Jaja, fickt euch!“ dachte ich mir, sagte nett, dass das nicht geht und beschloss mit Stefan nach Dunedin zu fahren, was so ziemlich auf der anderen Seite der Insel liegt.

Hmmmm, inhaltlich wäre es sinnvoll nun hier diesen Bericht zu beenden und einen neuen zu beginnen, ich hab aber kein einziges Foto gemacht…

Naja, ich lass mir was einfallen.

(Anm. v. Franz beim Hochladen am 04.02.: Nö, ich hab mir doch nichts einfallen lassen.)

Ein Gedanke zu „Lost in Translation“

  1. Du hast dich bestimmt an meinenen Geburtstag erinnert, weil du vor deinem inneren Auge visualisiert hast, wie ich auf dein Selbstmitleid reagiert hätte: Erst einen Klaps auf den Hinterkopf und dann die nächste Runde Mexikaner ordern.

    Jetzt das obligatorisches Herzchen: <3

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *