Hier simmer alle droff.

Primark ist doof.

(Und müsste eigentlich Primeuro heißen)

09.05.2016 | 18:29

Ich sitze in der Roten Beate.
Alle anderen, was ungefähr 20 Leute sind, sitzen direkt draußen vor der Tür.
Ich hab mich ein wenig von der Gruppe abgekapselt und über mich jetzt mal ein wenig in therapeutischem Aufschreiben.
Okay, jetzt haben sich Stefan (Yeah, er ist wieder da!) und Leo mit dazugesellt (es ist hier wirklich sehr gemütlich).
Die quatschen untereinander und ich mach hier mein Ding.

Mein Tag begann beschissen.
Gestern Abend schon habe ich mein komplettes Kamerazeug vermisst, heute hat sich die Befürchtung bestätigt, jemand hat es mir neben einem Lautsprecher und meiner Jacke geklaut.

Ich versuche, die Ruhe zu bewahren und mich davon nicht zu sehr ärgern zu lassen, was eher so mittelmäßig funktioniert.
Es ist gut, hier viele liebe Menschen zu haben.
Ich habe auf jeden Fall ganz viele Umarmungen erhalten :-)

19.05.2015 | 01:08

Ich sitze in der Roten Beate auf einem Camp Ground nahe Kaikoura und blicke auf etwas fast unmögliches zurück, ich habe heute Christchurch nach 3 Monaten endgültig verlassen.
So schön die Zeit dort war, so sehr freue ich mich auch, endlich wieder zu neuen Abenteuern aufzubrechen, wandern zu gehen und neue Orte zu entdecken.
Gerade höre ich ein wenig Finntroll, deren Konzert meine lieben Eltern noch vor ein paar Tagen auf dem Wave Gotik Treffen besucht haben.
Während meiner abendlichen Fahrt hierher hat mir meine Mama ein Bild eines veganen Chilis gesendet, was ich leider nicht öffnen kann, weil ich absolut kein Netz habe.
Wieder bin ich mit ein paar Leuten unterwegs, Elo, eine lustige Deutsche, die ich in Dunedin kennengelernt habe, Solveig, die sich zu unserem Camp in Christchurch dazugesellt hat, Léa, eine lustige Hippiefranzösin, die ich erst auf dem Autumn Arena Festival kennenlernte und dann auch in Christchurch wiedertraf und Stefan.
Den kennt man ja 😉
Ivo hat es leider erst mal nicht mit geschafft, weil er sich beim Volleyball mit seinem Miniskus gezankt hat und sich deswegen auf die Farm von Sue und Hamish zurück begibt.
Unsere kleine Reisegruppe fährt Richtung Nelson, einer wohl schönen Stadt, die in einer Gegend liegt, in der man viel wandern kann.
Nebenbei wird dort auch noch viel Hopfen angebaut und generell gibt es dort viele kleine Brauereien, mal sehen ob sich dort die ein oder andere Jobmöglichkeit ergibt.

Eigentlich wollte ich jetzt noch ganz viel schreiben, aber ich glaube, ich muss ein wenig die Äuglein schließen, da wir morgen ein hartes Reiseprogramm haben.

21.05.2016 | 13:00

Ich befinde mich in der Bibliothek in Nelson.
Das Schreiben dieser Zeilen wird von einem Flötenkonzert begleitet, was hier gerade stattfindet, ich nehme es in dieser Sekunde auf, ihr könnt also das Tippen und die Flöten hören, sofern ich es schaffe das hochzuladen.
Eigentlich bin ich gestern früh ins Bett um noch viel schreiben zu können, aber warum auch immer hat sich mein Tablet von selbst komplett entladen, obwohl es ausgeschaltet war.
Generell lassen mich grad einige Sachen im Stich.
Auf dem Weg nach Nelson gab es einen Kurzschluss im Zigarettenanzünder der Roten Beate.
Ein Kabel schmorte es durch, sowie meine Powerbank, beides nun leider Elektroschrott.
Also wieder Geld ausgegeben, um mir das gleiche noch mal zu kaufen, nur das hier alles teurer ist, als in Deutschland.
Aber es ist zum Glück nur Geld.
Die Bibliothek hier ist sehr deprimierend.
Ich versuche mich seit einer Stunde mit dem Wifi zu verbinden, habe aber keine Chance.
Also muss ich hier dringend einen Ort finden, wo das besser funktioniert, denn es gibt viel Internetarbeit zu tun.

Aber es gibt auch tolles zu berichten.

Meine Kamera, meine Objektive, ne Jacke und mein Lautsprecher, der nicht mal ne Woche alt war, wurden also gestohlen.
Als dies Andy, ein lieber Mensch unseres Coes Ford-Hippiecamps, der vor circa einer Woche nach Nelson weiterzog, erfuhr, meinte er, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass Even, der Maorikerl, dem ich die 20 Dollar lieh (ihr erinnert euch vielleicht), all das gestohlen haben könnte.
Passender Weise hatte Even Coes Ford auch genau an dem Tag verlassen, an dem mein Zeug verschwand.
Andy reiste einige Zeit mit Even zusammen, sodass er einen recht guten Kontakt zu ihm hatte.
Er kontaktierte ihn also, traf sich mit ihm in Nelson und tada!!!! Kamerazeug ist wieder da!
Ich bin soooooooo glücklich darüber, das könnt ihr euch nicht vorstellen.

Ich weiß nicht ob man an Karma glauben soll, ich weiß auch nicht, ob ich eine gutes Karma besitze, denn so sehr ich auch versuche so viel wie möglich in meinem Leben richtig zu machen, so sehr vertrottel ich auch viele Dinge, aber ganz egal, ich glaube ich hatte hier einfach mal richtig Glück im Unglück!
Und evtl. kriege ich auch noch Jacke und Lautsprecher zurück.
Und selbst wenn nicht, die Sachen, die neben dem materiellen Wert vor allem emotionalen Wert für mich haben, sind wieder da!

Und darüber bin ich im Moment sehr glücklich.

Was passierte auf der Fahrt nach Nelson?

Am Morgen als wir bei Kaikoura waren, besuchten wir einen Wasserfall, an dem Robbenkinder spielten.
Die waren so süß, dass es wehtat, sie anzusehen.
Ich habe mir die Kamera von Solveig geschnappt, vielleicht ist ein Bild was geworden, das wird später geprüft.
Danach ging es weiter nach Blenheim, dort kaufte ich mir neue Sicherungen für Beate (Zigarettenanzünderkurzschluss…), eine neue Powerbank (Zigarettenanzünderkurzschluss…) und eine neues USB-Kabel (ebenfalls Zigarettenanzünderkurzschluss…).
Auch ein Bibliotheksversuch ward unternommen, aber das Wifi war eine Katastrophe.
Am Abend ging es zu einem sehr netten Campingplatz in der Nähe von Blenheim.
Er lag an einem abgelegenem Küstenstreifen und war ziemlich ruhig.
Wir kochten Kürbissuppe, schwenkten dazu ein wenig Brot in Olivenöl mit Knoblauch und Rosmarin an und spielten Karten in Beate.

Am nächsten Morgen traf ich dort überraschender Weise auf Andy, der sich dort aufhielt, weil er seine Freundin von der Fähre abholte.
Überrascht freuten wir uns über unser Wiedersehen, schnackten ein wenig und dann gab er mir meine Kamera!
Ein guter Start in den Tag.

Dann ging es weiter gen Nelson, ich wollte des frühen Nachmittags dort sein, da Philipp, ein netter Kerl, welchen ich in Dunedin kennenlernte, mich in der Brauerei, in welcher er in Nelson gearbeitet hatte, vorstellen wollte.
Gesagt, getan.
Ich quatschte kurz mit dem Betriebsleiter, dieser war eher so mittelmäßig an mir interessiert, sagte aber, ich solle am folgenden Montag wiederkommen und ein Bewerbungsformular ausfüllen.
So werde ich es auch tun! :-)

Nach dem Brauereibesuch ging es in ein Schwimmbad, halbe Stunde Whirlpool, halbe Stunde duschen, bevor wir dann einen Schlafplatz mitten im Zentrum von Nelson aufsuchten.

24.05.2015 | 16:43

Ich sitze in einem Waschsalon in Nelson.
Ich trage ausschließlich einen Pullover und eine Hose.
Keine Socken, kein T-Shirt, keine Unterhose.

Es war wohl dringend.

Niemand sendete mir Bilder vom Spargelessen.
Das ist gut, so werde ich nicht eifersüchtig :-)

Mandy haben mir jedoch ein Bild aus dem Atacolypse-Biergarten gesendet, meine Mama Bilder aus deren Garten, meine Schwester Bilder von meinen Nichten und die liebe Liane sendete mir einen Zeitungsartikel, der darüber berichtet, dass das Verbot des grausamen Tötens männlicher Küken für die Eierproduktion gesetzeswidrig ist.
Es musste abgewogen werden, was wichtiger ist, wirtschaftliche Interessen der Menschen oder das Wohl der Tiere.
Die zweite Instanz hat sich für ersteres entschieden.

Entschuldigt die Worte, aber: Haben sie denen ins Gehirn geschissen!?

Ich würde am liebsten sofort zu euch rüber kommen und denen gewaltigst eine klatschen!!!

Gibt’s eigentlich schon Primark in Leipzig? Ich merke irgendwie, dass mein Aktivistenherz zur Zeit sehr stark pulsiert.
Aber auch hier tue ich ein wenig was, die gute Léa, der französische Teil unserer Reisegruppe, nimmt bei jeder Wanderung eine Tüte mit und wir sammeln fleißig Müll, den wir in der Natur finden.
Ist wenigstens ein Bisschen was.
Hier in Nelson werde ich es auch noch mal mit containern versuchen.

Außerdem, muss ich zugeben, habe ich es in Christchurch manchmal mit meinem Veganismus nicht übergenau genommen, was sich in jenen vereinzelten Momenten nicht schlecht angefühlt hat, aber das Verlassen der Christenkirche ist für mich auch wieder der Anlass, strenger gemäß meiner Überzeugungen zu handeln.

Belohnt wurde ich auch direkt: Ich habe hier in Nelson einen Supermarkt gefunden, der veganen Käse führt.
Und er schmeckt sogar halbwegs gar nicht so schlecht.
Also zumindest bleibt er drin 😀

Lasset mich ein wenig was über Nelson erzählen:

Es ist eine halbwegs große Stadt, ich habe grad keine Ahnung, wie viele Einwohner hier hausen.
Weiterhin ist Nelson Neuseelands sonnigste Stadt, heißt, die Stadt mit den meisten Sonnentagen pro Jahr (Sonntage sind es jedoch genau so viele wie in anderen Städten).
In der Gegend um Nelson wird viel Wein angebaut und vor allem (Trommelwirbel) Hopfen!

Es gibt hier unzählige Brauereien und Nelson gilt als Neuseelands Bierhauptstadt.

Hoffentlich wird sich hier also irgendwo ein Job ergeben (Hihi, stellt euch vor, ein Job würde die weiße Fahne schwenken :-D).

Die ersten Tage habe ich damit verbracht ein stabiles Wifi zu finden.
Bisher sieht das eher schlecht aus.
Mir wurde das Wifi von Burger King empfohlen, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich in die Hölle komme, wenn ich dort hingehe.

Wobei, ich könnte das Wifi nutzen ohne etwas zu kaufen.
Harr harr, dann hätte ich Wifi und könnte nebenbei diesen Konzern in den Ruin stürzen!!!

Gestern machten wir noch einen Ausflug zu den Nelson Lakes, da wir zwei Mädels heute am Flughafen verabschiedet haben und vorher noch gemeinsam Wandern wollten.
Daraus wurde dann Kajakfahren, was ziemlich cool war.
Außerdem fanden wir warmes Wasser zum Abwaschen.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie toll es sich anfühlen kann, wenn man beim Abwaschen keine eiskalten Hände hat und man auch mal ein wenig Fett von den Schüsseln abkriegt :-)

Weiterhin hatten wir unsere erste Nacht unter 0 Grad, es ist nicht schön, aber zu überleben.
Nur das Kochen gestern Abend war ein wenig anstrengend.
Die Temperaturen lagen knapp über Null und der Regen strömte, während die anderen in Beate schnippelten, begab ich mich unter die Kofferraumklappe, die mich halb vor Regen schütze und kochte was sie mir gaben.

Heute bin ich zurück in Nelson City und werde wohl auf einem ungemütlichen Parkplatz übernachten.
Das Schöne ist: Egal wo ich mich befinde, sobald ich in Beate sitze fühle ich mich Zuhause, das ist ein sehr schönes Gefühl.

Die nächsten Tage steht an: Weiter Arbeit suchen, ein Wifi finden, mit dem ich endlich für meine Heimatpläne weiterarbeiten kann und für Beate einen WOF-Aufkleber (Das ist der NZ-TÜV) organisieren.
Hoffentlich wird das kein signifikanter Punkt der Neuseelandreise.

Und weil die Waschmaschine immer noch läuft und ich somit noch Zeit habe, versuche ich mich mal eben schnell noch an einem kurzen Gedicht, bevor ich mir gleich die Bilder anschaue, welche ich nach der Wiedervereinigung mit meiner Kamera gemacht habe:

Wartend auf meine Wäsche,
sitze ich hier.
Schreib an meiner Depesche
und denk an Bier.

In diesem Sinne, ich habe euch alle ganz doll lieb.

Sogar Liane, obwohl sie mir diesen Artikel zusandt. 😛

PS.: „Zusandt“ wird von OpenOffice mit einer roten Wellenlinie unterstrichen, was bedeutet, dass es offensichtlich falsch geschrieben oder kein echtes Wort ist.
Da ich soeben kein Internet besitze um jenes nachzuprüfen, würde ich mich freuen, wenn ein fröhlicher Grammatikspezialist mal anmerken kann, ob dieses Programm recht hat und ich mich für meine Unkenntnis schämen sollte.

So, das war’s jetzt wirklich für heute.

PPS.: Sollte es Primark in Leipzig schon geben, möchte ich darauf hinweisen, dass es hin und wieder Menschen gibt, die auf die Idee kommen, deren Klamotten mit Öl zu beschmieren um jenen Konzern ein wenig zu ärgern.
Dazu möchte ich sagen, dass ich das nicht gutheißen kann!

Llov Neffa eseid tlö dnu Kramirp uz theg!

25.05.2016 | 14:32

Ich sitze im doofen Burgerking.
Das Wifi ist grade seeeehr nervig aber ich war schon sehr fleißig und deswegen kann ich guten Gewissens wieder ein wenig Blog schreiben, während ich darauf warte, dass das Wifi funktioniert.

Ich habe Hunger.

Aber ich warte geduldig bis wir Burgerking verlassen haben.

Nebenbei versuche ich diesen Laden gerade so gut wie es geht zu schädigen.
Ich kaufte einen kleinen Becher Getränk und wir haben ihn schon unzählige Male aufgefüllt.

Gibt es eine Rechnung, wie viele Becher man befüllen muss, damit die in die Verlustzone kommen?
Und wer ist bitte so blöd und kauft einen großen Becher, wenn man den doch so oft wie man will auffüllen kann, solange man sich im Laden befindet!?

Wie auch immer, gestern ist nicht mehr viel passiert.
Ich habe 5 Dollar für eine Dusche gelöhnt.
Das Schwimmbad, welche diese beherbergte, erinnerte mich an meine Schulzeiten.
Diesen ekelhaften Schwimmunterricht viel zu früh am Morgen, dieser Chlorgeruch…

Wahhhh, sofort kamen diese negativen Erinnerungen hoch.
Danach ging es noch in ein indisches Restaurant essen, lecker war das!

Dummerweise wollten die uns gegen kurz vor 22 Uhr rauswerfen, weil sie schließen wollten.
Naja, aber wenn ne Französin und ein Deutscher zusammenhocken um zu essen, dann lassen die sich Zeit :-)
Und dann die alte Gastrotaktik, Musik aus, Licht an und die grummelige Nachfrage ob man die Teller abräume dürfte, während Léa noch aß.
Naja, die Qualität stimmte jedenfalls.
Hab ein gutes Bier getrunken, ein Tasman Pilsner.

Bei der Brauerei muss ich wohl auch mal vorstellig werden…

Okay, der Hunger wird zu groß. Zeit, Burgerking zu verlassen.

5 Gedanken zu „Primark ist doof.“

  1. Herr Autor! Das Beitragsbild ist aber schief!
    Hätte man das nicht in nem Bildbearbeitungsprogramm bearbeiten können?

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