Ne Harfenspielerin von hinten. Warum nur von hinten!?

Don’t look back into the sun!

07.06.2016 | 22:14

Ich sitze in der Roten Beate, bereits optimal zum baldigen Schlafe vorbereitet.
So richtig weiß ich grad noch nicht, über was ich schreiben möchte, aber ich bin noch nicht müde, höre eine wenig die wundervolle Blackwater Park von Opeth und dachte mir, irgendwas wird mir schon einfallen, was ich schreiben kann.

Ich bin weiterhin in Nelson, auf dem tollen Parkplatz im Stadtzentrum.
Auf diesem Parkplatz sind Geschwindigkeitbegrenzungsnuppis installiert, damit hier nicht jeder durch die Gegend rast.
Wenn man eine halbe Stunde einfach nur dasitzt nimmt man im Durchschnitt 10 Vehikel wahr, die mit deren Unterboden auf diesen Geschwindigkeitsbegrenzungsnuppis aufsetzen.
Das amüsiert mich in gewisser Weise.
Ich möchte Nelson gern verlassen, doch ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden, mich von Beate zu trennen.
So müssen weder Ivo noch ich noch Geld in die ungewissen Zukunft der alten Dame stecken, sondern kriegen noch ein paar wenige Dollar wieder.

Ein wenig bricht es mir das Herz.
Beate ist nicht nur ein Fahrzeug, ist nicht nur ein Heim, sie ist ein Lebensgefühl, eine Hassliebe, ein rostendes blechernes Symbol von Heimat, die überall sein kann.
Und gerade wieder ein Spiegel, wie gern ich meinen Materialismus doch mit hineininterpretierten Emotionen überschminke.

Präferiert möchte ich Beate in die Hände von neuen Inhabern geben und nicht zum Schrottplatz, das würde mir ein gutes Gefühl geben.
Und ein paar Dollar mehr.
Ehe ich nur 300 Dollar vom Schrotthändler nehme, kann ich mir auch 1.500 Dollar von einem neuen Inhaber nehmen und für ihn den WOF frisch machen.
Eine Mindmap brachte mich auf diese sagenhafte Idee.
Und ja, ich brauch für sowas ne Mindmap.

Naja, ich habe mal die ein oder andere Anzeige ins Internet gestellt und werde sehen was passiert.
Wie auch immer, das bindet mich gerade an Nelson.
Einen echten Plan für danach habe ich nicht, aber ich finde den Gedanken spannend, mich mal wieder von Besitz zu lösen und dann einfach zu improvisieren.

Improvisiert habe ich heute auch beim Abendessen.
(Jetzt kommt der Teil, an dem ich nichts mehr wirklich zu schreiben habe, aber immer noch was schreiben will)
Es gab eine Art Curry.
Ich verkochte einen Brokkoli, der weg musste. Ebenfalls eine halbe Zucchini und alte Pilze, die ich beim Kofferraumaufräumen fand.
Weiterhin ne angefange Kokosmilch. Und ne angefangene Sojasahne. Und angefangene Currypaste.
Ein paar Cashews kamen auch dran. Und Kidneybohnen. Und Koriander.
Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer sind eh Standard.
Aber nicht Zitronengras, das hatte ich noch von meinem Gesundheitstrunk am Morgen übrig.

Ach ja, ich bin krank.
Also nicht richtig, ich hab Schnupfen.
Das erste mal in Neuseeland.
Ich nehme an, dass die ungewisse Entscheidungslage der letzten Tage sich auch auf die Physis meins Organismus ausgewirkt hat.

Wie auch immer, ich werde es überleben.

Ich habe soeben das nächste Opeth-Album reingeschmissen.
Watershed.
Hach.

Eine recht alte Paprika kam auch noch dran!

Und Asianudeln, die Solveig dagelassen hatte wurden als Sättigungsbeilage zubereitet.

Ich möchte nebenbei anmerken, dass ich in Neuseeland noch niemanden getroffen habe, der besser kochen konnte, als ich.

Das mag arrogant klingen, ist aber die Sachlage.

Harr Harr!

Dafür können viel mehr Menschen besser Gitarre spielen, als ich. Und besser englisch sprechen.
Jedoch nicht die Franzosen!

Ihr könnt im übrigen diese Zeilen auch einfach überspringen.

Hmmm, vielleicht ein Gedicht:

Nun sitze ich hier.
Was könnte ich nur schreiben.
Nicht sehr viel interessantes,
was wir grade treiben.

Ich sitze im Bett.
Zu recht später Stunde.
Schreibe diese Zeilen.
Das ist nett.

Die Scheiben sind beschlagen,
sichtbar ist mein Atem.
Hinter meinem Rücken,
liegen viele Schokoladen.

Doch die Zähne sind geputzt,
der letzt‘ Toilettengang vollbracht.
Die Hose ist schon aus
Und das Bettchen ist gemacht.

Vom Himmel fallen die Schnuppen,
von meinem Kopfe die Schuppen,
Ich habe mehrere Ekzeme,
Abbor nur an de arme, nüsch an de Beene.

Ich stelle mir die Frage,
muss ich mich verbiegen
für jeden faulen Reim?
Muss das sein?

Meine Nase läuft gen unten,
ich schniefe alles hoch.
Taschentücher benutzen,
das finde ich doof.

Wie auch immer,
ich lass euch jetzt in Ruh.
Vor dem Bettchen stehn zwei Schuh.

La le lu.

(Hui, Hammondorgelsolo, das ist ein geiler Abgang!)

(Wer’s hören will: Burden ist der Song!)

PS.: Wenn jemand weiß, wo man sich das neue Album (namens Magma) von Gojira im Internet anhören kann, dann her mit dem Hinweis!)

08.06.2016 | 15:27

Ha, Leute, jetzt wird’s blöde.
Wieder hab ich einfach nur Zeit zu schreiben, aber erneut ohne rechte Inhalte.
Naja, so ein wenig was hab ich.
(Nebenbei: Ich bin in der Bibliothek, versuche Jobs via Internet zu suchen aber da das Internet hier aller 3 Sekunden abkackt (darf man das so sagen?) habe ich zu viel Zeit.
Da ich aber auch meine Geräte laden will, bin ich die Bib gebunden).

Nun ja, kommen wir zu den Topthemen des Tages.
7:49 klingelte der Wecker, ich stand auf, holte zwei Tickets vom Ticketautomaten des Parkplatzes und klemmte sie unter die Scheibenwischer von Beate und den Van Rouge.
Erstaunlicher Weise habe ich mich nicht wieder zurück ins Bett begeben sondern begonnen Frühstück zu machen. Es gab einen Obstsalat mit ein paar Haferflocken, Quinoasamen und Chiasamen.
Während des Frühstücks hörten wir Jazz.
Danach ging es ans Abwaschen, wobei Léa den Aufgabenbereich der Reinigung und ich die Aufgabenbereiche des Abtrocknens und Einsortierens übernahm.
Danach ging es in die Bibliothek (also nach 20 Minuten Starthilfe für Beate).
Dort (und hier) habe ich mehrere Stunden damit verbracht, mein Tablet mit dem Wifi zu verbinden.
Um 13 Uhr hatte ich dann einen Termin mit einem Interessenten für Beate.

Kevin.

Eigentlich eher eine Diagnose als ein Name, war ich doch von seiner Erscheinung angenehm überrascht, er machte einen vernünftigen Eindruck und scheint mir mit seiner Freundin, deren Name mir nicht mal entfallen ist, weil selbst mein Ultrakurzzeitgedächtnis ihn an sich vorbeischob, ein guter Nachfolger für Beate zu sein.
Wir machten eine kleine Spritztour und Beate zeigte sich von ihrer Schokoladenseite, was bedeutet, das während der Fahrt ausnahmsweise nichts kaputtgegangen ist.
Ich machte einen auf freundlich-seriös, was ich ja auch bin, erklärte den beiden, dass ich die Sorgen am Anfang einer Reise kenne und alles mögliche dafür tue, dass die beiden ein zuverlässiges Gefährt… neee, eine zuverlässige Gefährtin haben.
Sie schienen recht interessiert und wollten sich morgen nach der Besichtigung eines anderen Wagens (Honda Odyssey, ha, den schlägt Beate doch glatt!) bei mir melden.
Mal sehen, was passiert.
Wenn ich Beate wirklich verkaufe, wird spannend, was danach passiert, denn ich habe noch keinen blassen Schimmer.
Ich komme dann erstmal kurzzeitig im Van Rouge unter, das kann aber keine Lösung auf Dauer sein, mal sehen, was mein kluker Kopf sich noch ausdenken wird.
Die weiteren Pläne des Tages sind noch ein wenig Abhängen in der Bibliothek, einkaufen (sonst stehen wir illegal auf dem Parkplatz).

Witzig, sind soeben zum Parkplatz gelaufen, um die Autos umzuparken.
Zwei Minuten bevor wir ankamen haben wir ein Ticket zu je 50 Dollar bekommen.
Hach ja. So ein typischer Franzmoment.
Das Gute ist, jetzt müssen wir auch nichts mehr im Supermarkt kaufen und können einfach stehen bleiben.

Naja.
Weitere Pläne.
Ähm.
Zurück zum Parkplatz, da kann man ab 18 Uhr kostenfrei parken, dann Abendessen und dann in die NZ Liquid Bar zur Open Jam Session.
Dort haben wir schon fast ne keine Familie :-)

Hmmmm, vorher sollte ich nochmal Wasser an ein paar Körperstellen lassen.

10.06.2016 | 15:23

Meine letzte Dusche hatte ich vor sechs Tagen.
Da habe ich auch das letzte mein T-Shirt gewechselt.
Ich finde meine Olfaktorik ja noch recht neutral :-)

So, was passierte alles so, bis eben?

Jamsession.
Das war fein, hab wieder fein gezockt, zufällig waren sogar ein paar Freunde der härteren Gangart da, also ein kurzer Death Core Jam inklusive :-)
Ansonsten hat mir Lou, ein Mensch der auf jedem Instrument alles (wirklich: alles) spielen kann, ganz schön den Schweiß auf die Stirn getrieben, wenn ich mit ihm jammte.
Hmmm, es gibt sogar Bilder und Videos, mal sehen ob ich da an was rankomme.
Ein cooler Abend, jedenfalls.
Gestern hat es dann den ganzen Tag geregnet, heute das gleiche.
Puh, das zieht irgendwie an der Motivation.
Naja, ich warte weiter fleißig auf die Info des Beateninteressenten und versuche weiter Arbeit zu finden.
Naja, besser gesagt, ein Wifi zu finden.
Hmmm, gibt es irgendein Highlight, welches rechtfertigen würde, dass ich diesen Eintrag schreibe!?

Nö!

12.06.2016 | 13:50

Mal wieder im Burger King.
Ich trinke den 24sten Becher Cola.

Der Zucker beginnt zu wirken. Ich zucke.

Ich überlege mir, einfach eine Papiertüte zu kaufen, in die sie sonst die Maximenüs stecken.
Sie müsste groß genug sein, um sie mir über den Kopf zu stülpen, so könnte ich mich inkognito weiter hier verweilen.

Meine Ekzeme entwickeln sich prächtig, wenn das so weitergeht brauche ich keine neuen Tattoos.
Den gestrigen Tag habe ich größtenteils auf dem Markt verbracht. Mit dem Mann vom veganen-Essen-Stand bin ich jetzt per du, dem Gitarre spielenden Maori mit der Kastratenstimme habe ich einen Dollar in den Koffer geworfen, dem Hangspieler hab ich zwei Dollar in den Koffer geworfen.

Der vegane-Essen-Stand. Hach.
Ich aß einen Cheeseburger, mmmmmhhhhhmmm.
Weiterhin kaufte ich einen Käse. Geräucherter Cheddar.
Das ist mit Abstand der beste vegane Käse, den ich in Neuseeland aß.
Der würde auch in Deutschland ne gute Figur machen.
Weiterhin gab es einen leckeren Smoothie für mich, sowie gebrannte Walnüsse (ja, ich weiß, der arme Wal!).
Und für 31 Dollar kaufte ich zwei Säcke voller Obst, was hoffentlich bis zum Ende der Woche reicht.
Léa hatte die ganze Zeit die Kamera um den Hals, bisher weiß ich noch nicht, was für Fotos rausgekommen sind, wir werden sehen.

Am Nachmittag ging es dann zum Wäsche und Körper waschen.
Ich muss sagen, es ist sehr sparsam, die Klamotten, die man in Deutschland nur einen Tag trägt, in Neuseeland eine Woche zu tragen.

Wie auch immer, kumuliert hatten wir einiges an Wäsche (Wow, da läuft grad Banjo-Musik. Memo an mich selbst: ich brauch ein Banjo. Andy, was kostet mich bei euch ein Banjo?)

+++ Random-Werbung +++

www.rock-gear.de

Die Mitarbeiter sind zwar nicht sonderlich hübsch, aber da es ein Webshop ist, sieht man die ja auch nicht.
Ansonsten kauft da!
Also wenn ihr Instrumente oder so was braucht.
Für Butter geht ihr bitte in einen anderen Laden.

Halt! Butter!? Kauft keine Butter! Außer sie ist aus Muttermilch!
Denn Mutter reimt sich auf Butter und was sich reimt ist gut!

So, also… ähm…

PS.: Die Jungs von dem Laden können es nicht leiden, wenn man „Drogengeld“ in den Betreff der Überweisungen schreibt.
Also schreibt lieber Chuck-Norris-Sprüche drauf.

Wie zum Beispiel: „Chuck Norris spricht mit dem Busfahrer.“

+++ Random-Werbung Ende +++

So, wo war ich. Ach ja. Wäsche.
Tolle Geschichte.

Nach dem Waschen haben wir sie für ne Stunde in den Trockner gehauen.
Ergebnis nach Entnahme aus dem Trockner: Wäsche nass.

Ich fragte die Lady nach ner Extrarunde, was sich witziger Weiße auf den ersten Blick wie „Extrar-unde“ liest.
Wie auch immer.

Ne nützliche Antwort wäre gewesen: „Okay.“
Nützlich und lustig: „Nukular!“
Nur lustig: „Wir sind doch hier nicht auf der Kleinmesse!“ (Also: „We are not here on the small mess!“)
Die reelle Antwort war: „Nö, wir machen hier gleich Feierabend.“

Cool, nasse Wäsche, direkt zum Dunkelheitsbeginn.
5 Grad Außentemperatur.
Naja, wir begaben uns auf unseren Stammparkplatz und spannten ein paar Wäscheleinen.
Ja, ich weiß, sehr sinnvoll, aber so versuchten wir wenigstens den Grad an Müffeligkeit halbwegs unten zu halten.
Nun ja, zu Abend gespeist und zeitig in die Koje gehüpft.
Davor haben wir die nasse Wäsche sorgsam wieder eingepackt und uns vorgenommen die Wäscheleinen am nächsten Tag wieder zu spannen und die Wäsche zu Ende zu trocknen, sofern es nicht regnet.

Am nächsten Morgen aufgewacht.

Regen.

Während ich unter der Kofferraumklappe hockte um unter geringstmöglicher Einnässung einige Frühstücksutensilien hervorzukramen, kam eine nette Frau vorbei, die ein wenig mit uns schwätzelte.
Am Ende fragte sie uns, ob wir schon mal tolle Erfahrungen mit Gott gemacht haben und lud uns zum Gottesdienst um 10 Uhr ein.

Hmmmm, meine letzte Erfahrung mit Gott lag nur wenige Minuten zurück.
Nasse Wäsche. Regen.
Schlechter Zeitpunkt um über Gott zu reden.

Immerhin angefasst hat er mich noch nicht.

Damn, beim nächsten mal muss ich Fragen, ob Gott nicht auch ne farbige Frau sein kann.
Und ob er an was glaubt.
Ich hoffe er glaubt nicht an uns Menschen.
Und wenn er ne farbige Frau sein könnte, die einen Glauben hat, könnte er ja auch eine Muslima sein!
Verdammt.
Ich hätte da echt hingehen sollen.
Aber der Plan war zeitiges Aufstehen und Arbeit suchen.
Und Gott findet keine Arbeit für mich.
Oder doch!? Damn!

However, so wie es aussieht, hab ich bald Arbeit.
Dummer Weise brauchen die ganzen Bars und Brauereien niemanden, aber ich brauche Geld.
Also habe ich das Spektrum meines gewünschten Arbeitsfeldes erweitert und so wie es aussieht werde ich wohl zeitnah ein paar Kiwis pflücken.
Oder deren Bäume verschneiden.
Vom Hörensagen hörte ich andere Backpacker sagen, dass Kiwis pflücken sehr cool ist aber verschneiden wohl eher seeeeeehr unangenehm.
Hmmm, mal sehen, was es wird.
Was passiert bis dahin mit Beate?

Wir werden uns wohl trennen.

3 Gedanken zu „Don’t look back into the sun!“

  1. Erst vorgestern habe ich diesem Andreas gesagt, dass ich auf ein baldiges Wiedersehen mit dir hoffe. Den einzigen kreativen Input zum Thema „Essen“ den er gibt ist Pizza.

  2. Wir haben leider keine Banjos… wir sind aber auch Rock-Gear und nicht Brad-Paisley-Signature-Hinterwäldler-Rhythmus-In-C-Dur-Meine-Cousine-Ist-Meine-Schwester-Hillbilly-Gear… sorry. Bring uns ein paar Kiwis mit!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *